Unternehmen die eine Behandlung oder die Vorbeugung von Coronaviren durch ihre CBD-Produkte als wirksam deklarieren werden bereits abgemahnt. Lesen Sie hier, was hilft und was nicht.

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(29.10.2020)  Die Frage, wie wirksam sind Cannabis oder CBD Produkte für die Behandlung oder Prävention von COVID-19 muß negativ beantwortet werden. Zwar gilt heute als erwiesen, dass Cannabinode bei verschiedenen Erkrankungen einen therapeutischen Nutzen besitzen und verschiedene Ärzte empfehlen daher auch schon CBD zur Behandlung verschiedener Krankheiten. Das CBD auch Cannabidiol ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid – also nicht berauschend wirkend – aus der weiblichen Hanfpflanze. Diesem werden verschiedene pharmakologische Effekte zugeschrieben. Es wirkt entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend oder antipsychotisch.

Bereits seit den 70er Jahren wurden mehr als 100 kontrollierte klinische Studien mit Cannabinoiden durchgeführt. Die Erkenntnisse dieser Untersuchungen haben in vielen Ländern der Welt auch zur Zulassung von Medikamenten auf Cannabisbasis (Dronabinol, Nabilon und einem Cannabisextrakt) geführt. In Deutschland erfolgt aktuell eine Behandlung häufig bei Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Schmerzen.

Doch jetzt behaupten auch einige Hersteller von pharmazeutischen Cannabis Produkten, das diese bei einer Corona Infektion eingesetzt werden können.

Es wird behauptet das eine bestimmte CBD-Formel, die RespRx zur Behandlung von Symptomen in Zusammenhang mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung  auch COPD bzw. bei verwandten Atemwegserkrankungen, zum Beispiel den Coronavirus-Symptomen, angewandt werden könnte. So sollen die Cannabisextrakte entzündungshemmend wirken und um so COPD-Symptome lindern. CBD soll die Produktion von sogenannten Zytokinen, das sind Proteine anregen, so dass Abwehrzellen kranke und gesunde Zellen besser unterscheiden können. Diese Annahme ist aber keinesfalls bewiesen und wird durch keinerlei Studien verifiziert.

Auch in Deutschland beschäftigen sich bereits Experten damit, ob CBD Produkte bei der Behandlung einer normalen Grippe helfen können und ob CBD oder THC einen Virus bei seiner Vermehrung entgegenwirken können. Noch aber ist es unbestätigt, das Cannabinoide positive Auswirkungen auf diese Viruserkrankungen haben können.

Der Einsatz von CBD Mitteln bei einer COVID-19 Infektion ist also ungeeignet und daher sogar gefährlich, wenn man auf die aktuellen Behandlungsmethoden verzichtet. Unternehmen, die bereits mit einer CBD Wirkung auf Corona Erkrankungen geworben haben sind bereits abgemahnt worden und mußten ihre Produktbeschreibungen wieder zurück ziehen. Über das therapeutische Potenzial von Cannabis und Cannabinoiden finden Sie weitere Informationen im DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 29-30/2012.

Redaktion